Partizipative Fensterinstallation für die Bank für Gemeinwohl
Projektbeschreibung

Im Rahmen der Vienna Biennale „Ideas for Change“ entwickelten Simon Laburda und ich fünf interaktive Wahlmodule für die Bank für Gemeinwohl. Die Installation ermöglichte Passant:innen und Besucher:innen eine direkte Beteiligung zu zentralen gesellschaftlichen Themen: Kultur, Freiraum, Gesundheit, Bildung und Wohnen. Durch Berührung der jeweiligen Logos auf der Außenseite einer Fensterscheibe wurde eine Stimme abgegeben. Jeder Impuls erhöhte den Zähler des entsprechenden Themenmoduls in Echtzeit.

Ausgangssituation: 

Ziel war die Entwicklung einer niedrigschwelligen, öffentlich zugänglichen Interaktion, die Passant:innen spontan zur Beteiligung einlädt und gesellschaftliche Fragestellungen sichtbar macht – ohne zusätzliche Interfaces oder erklärungsbedürftige Bedienoberflächen.

Projektziel: 
  • Entwicklung einer intuitiv bedienbaren Interaktionsform 
  • Sichtbarmachung kollektiver Entscheidungen im öffentlichen Raum 
  • Technisch robuste Umsetzung hinter einer Glasfläche 
  • Reduktion auf einfache, klare Gesten
Konzeption & Struktur: 

Die Wahlmodule wurden als kapazitiv gesteuerte Berührungsflächen konzipiert. Die Logos der fünf Themenbereiche waren auf der Fensterscheibe angebracht und fungierten gleichzeitig als Interaktionsflächen. 

Jede Berührung löste eine sichtbare Zählerveränderung aus, wodurch kollektive Tendenzen unmittelbar erfahrbar wurden.

Technische & strukturelle Umsetzung: 

Für die Berührungserkennung wurde auf beiden Seiten der Fensterscheibe eine Metallfolie angebracht und mit einem IO-Pin eines Arduino-Mikrocontrollers verbunden. 

Der Arduino misst kontinuierlich die Kapazität der Fläche. Wird ein Finger auf die Folie gelegt, steigt die Kapazität kurzfristig an. Dieser Anstieg dient als Trigger für die Berührungserkennung und löst die Erhöhung des entsprechenden Zählers aus. 

Die technische Umsetzung ermöglichte eine präzise und zuverlässige Interaktion durch Glas – ohne mechanische Taster oder sichtbare Hardware. 

Ergebnis & Wirkung: 

Die Installation schuf eine direkte, spielerische Form der Beteiligung im öffentlichen Raum. Die reduzierte Geste – Berührung eines Symbols – machte gesellschaftliche Prioritäten unmittelbar sichtbar und verband technische Präzision mit politisch-kultureller Fragestellung.